(17.09.2011 echo online)
Der „Kümmerer“ lebt nicht mehr
Fürther Institution René Müller stirbt am Donnerstagabend im Alter von 83 Jahren
Die Behindertenwallfahrt mit der Lebenshilfe nach Bingen, der Busausflug mit Hans Peter Schmitt in die Steiermark, Blutspendetermin, das Dankeschön- Fest bei den Caritas Senioren, die Hochzeit der Enkelin, der Besuch beim Odenwälder Gäulchesmacher und das mitgebrachte Schaukelpferd für die Urenkel . . . Die letzten Wochen waren ausgefüllt mit vielen Ereignissen. René Müller hatte einen vollen Terminkalender – schließlich war er überall dabei. Doch jetzt ist René Müller nicht mehr da – innerhalb weniger Tage hat der agile Senior nach einem Infekt die Lebensenergien verloren, und am Donnerstagabend ist er nach kurzem Krankenhausaufenthalt gestorben. Schon am gleichen Abend verbreitete sich diese traurige Nachricht in Fürth, und so mancher konnte diesen Verlust im ersten Moment nicht fassen. Vielen ist zugleich eingefallen, wann sie René Müller im Ort zuletzt begegnet sind und in welcher Funktion er gerade unterwegs war. Auch für die nächsten Wochen hatte der Verstorbene in seinem Kalender viele Termine eingetragen. Am 3. Oktober wollte er seinen 84. Geburtstag feiern, und am Tag darauf hatte er schon das Herbstfest im Seniorenzentrum eingeplant.
Vielleicht war es eine besondere Fügung, dass er noch wenige Tage vor seiner Erkrankung ein letztes Mal im Mittelpunkt stehen konnte. Die Caritas Senioren haben sich mit einem „Dankeschön-Fest“ und einem „Vergelt's Gott“ für sein ehrenamtliches Engagement bedankt. Ins Krankenhaus ließ er sich extra die Zeitung bringen, um nicht zu verpassen, was sich in der Großgemeinde tut. „René war eine Institution in Fürth“, sagt Bürgermeister Volker Oehlenschläger.
„De René“ ist ein Synonym für herausragendes soziales Engagement. Die älteste Tochter Katharina Wolf kommt ins Grübeln bei der Frage, in welchen Vereinen ihr Vater sich engagierte: Lebenshilfe, katholische Kirchenmusikkapelle, Rotes Kreuz, Kraftsportler, Kur- und Verkehrsverein, Motorsportclub. Zuhause hängt der Landesehrenbrief neben der Plakette des Kreises Bergstraße, den Ehrenamtspreis der Gemeinde Fürth hat er ebenso erhalten. Auch wenn er sich darüber freute, sein Engagement kam von Herzen – da war die Anerkennung Nebensache. Für ihn zählten ein strahlendes Danke seiner behinderten Freunde oder die hohe Zahl der Neuspender beim Blutspendetermin. Ob Schriftführer, Zugmarschall des Johannismarktumzugs, ob Fahrer oder Sanitätshelfer am Spielfeld und der Matte der Fahrenbacher Ringer: René Müller hat viele Posten übernommen und war wichtige Stütze in Fürther Vereinen – nicht erst seit gestern.
„Wir schreiben für unseren Nachruf, dass er jahrzehntelang für uns tätig war“, sagt Volker Bitsch von der Gemeinde Fürth. Schon während seiner Berufsjahre war der Verstorbene als Bauwart des Straßenbauamtes zugleich Ansprechpartner für vieles. Fehlerhaft angebrachte Plakate am Straßenrand, umgefallene Verkehrsschilder oder die Verteilung der Sozialbutter – er kümmerte sich darum. Heute versucht die Gesellschaft händeringend, solche Menschen zu finden. „Kümmerer“ ist die neue Bezeichnung für etwas, was für René Müller selbstverständlich war. Man kennt ihn als verlässlichen und antwortungsbewussten Mann. Ein kurzer Anruf genügte, René war zu Stelle.
In Basel wurde er geboren; seit er mit Elisabeth Arnold die Frau fürs Leben gefunden hatte, ist Fürth seit 1948 seine Heimat. Hier war er die ersten Jahre als Fahrer für Getränke und dann für Baustoffe unterwegs, und die Familie vergrößerte sich um die beiden Töchter und den Sohn. Inzwischen sind sieben Enkel und drei Urenkel hinzugekommen; doch seit 15 Jahren war er Witwer gewesen.
Hinter dem Steuer kennt man René Müller – und auch im Vorbeifahren grüßte er mit derfür ihn so selbstverständlichen Art: Freundlich und zugewandt – und mit einem aufmerksamen Blick für das Wohl anderer Menschen.
(21.07.2010 Echo Online)
Seit 62 Jahren dem KSV eng verbunden
Jubiläum: Klaus Wötzel feiert heute (21.) in Fürth 70. Geburtstag - Viele Titel errungen
Klaus Wötzel feiert heute (21.) 70. Geburtstag. Dem Kraftsportverein 09 Fürth ist das Geburtstagskind seit 62 Jahren eng verbunden. Er ist Ehrenmitglied und hat sich über Jahrzehnte mit Ideenreichtum und Tatkraft für den Verein eingesetzt; auf seiner Erfolgsliste finden sich zahlreiche erfolgreiche Kämpfe und auch Mannschaftstitel.
Bereits als Jugendlicher entschied er sich für den Ringersport, zumal sich der KSV-Fürth besonders in den schweren Nachkriegsjahren aktiv um die Jugendarbeit bemüht hatte. Wötzel hat sich schon früh in die Vorstandsarbeit eingebracht. Hervorzuheben ist sein Bestreben für den Ringer- wie für den Rasenkraftsport neue Sportler zu finden und dafür zu begeistern.
Allerdings musste der Vorstand 1979 feststellen, dass starke Leistungsträger nicht mehr als Ringer für den KSV antraten. Deshalb wurde entschieden, dass eine früher ausgeübte Sportart wieder aufgenommen werden sollte - der Rasenkraftsport. Wötzel hat mit seinen Sportkameraden, dafür Trainingsmöglichkeiten organisiert. Mit Zielstrebigkeit wurde bald ein Trainingszentrum - gebaut in Eigenhilfe - bei Mitglied Klaus Keil im Industriegebiet den Sportlern zu Verfügung gestellt. Bei solchen Voraussetzungen stellten sich schnell große sportliche Erfolge ein - hessische und nationale Titel wurden errungen. Diese Erfolge sollten keine Eintagsfliegen bleiben.
Wötzel war - von der Idee bis zur Realisierung - beteiligt beim Bau des heutigen Vereinsheimes. Ein Jahr dauerte die Errichtung der ,,KSV-Halle"; häufig führten Klaus und sein Bruder Erich Wötzel dabei Regie.
Die offizielle Webseite des
Kraft-Sport-Verein 1909 Fürth e.V.
